Treffen DLRG im Landtag 18.01.2017

Der Melder geht: Person im Wasser. Die ehrenamtlichen Einsatzkräfte der DLRG Ortsgruppe Hückeswagen fahren raus, egal wohin im Oberbergischen Kreis, egal zu welcher Tages- oder Nachtzeit. Nach mehreren Stunden im Einsatz kehren sie zurück, die Tanks von Auto und Boot sind halb leer. Für die Kosten zum Wiederaftanken muss die Ortsgruppe nun selbst aufkommen, selbiges gilt für diverse Neuanschaffungen. Ganz aktuell ist hier beispielsweise das neue Einsatzfahrzeug zu nennen, welches die DLRG OG Hückeswagen erst vor wenigen Wochen bestellt hat. Handelte es sich nun um die Feuerwehr, würde der Verein das Fahrzeug nicht aus eigenen Mitteln bezahlen müssen, sondern würde es von der Gemeinde/Stadt finanziert bekommen.

Um auf dieses Problem auf politischer Ebene aufmerksam zu machen, organisierte der erste Vorsitzende der DLRG OG Hückeswagen, Adrian Borner, im Dezember ein Treffen mit der Remscheider Landtagsabgeordneten der Grünen Jutta Velte, den Vorsitzenden des Grünen Ortsverbandes Shirley Finster und Felix Frauendorf, deren Beisitzer Egbert Sabalek und dem Bürgermeister Dietmar Persian an der DLRG Wachstation in Hückeswagen. Auf dieses Treffen aufbauend fand am 18.01.2017 ein weiteres Gespräch zwischen Josefine Paul (MdL die Grünen), Jutta Velte, dem Präsidenten des DLRG Landesverbandes Nordrhein, Reiner Wiedenbrück, und den Vorsitzenden der DLRG Ortsgruppe Hückeswagen, Adrian Borner und Enno Bohmfalk, statt.

Bei diesem Treffen erläuterte Borner zunächst einmal die Aufgaben der DLRG. Neben der Schwimmausbildung und dem Rettungswachdienst an der Bevertalsperre fungiert die DLRG OG Hückeswagen seit mehr als 10 Jahren als Erfüllungsgehilfe der Feuerwehr und wird somit von der Leitstelle zu Rettungseinsätzen an Gewässern im oberbergischen Kreis alarmiert. Im Falle einer solchen Alarmierung rückt sie mit einem Bootstrupp (Auto + Boot + 5 Einsatzkräfte) und gegebenenfalls Strömungsrettern aus. Während die Feuerwehr allerdings fest im Gesetz über den Brandschutz, die Hilfeleistung und den Katastrophenschutz (BHKG) verankert ist und somit Materialkosten und Fahrzeuge finanziert bekommt, gilt dies für die DLRG nicht. Die DLRG finanziert sich somit lediglich durch die Mitgliedsbeiträge (für Erwachsene derzeit 50 € pro Jahr und für Kinder 41 € pro Jahr, wovon jedoch jeweils 18 € an übergeordnete Gliederungen abgegeben werden müssen), Einnahmen von Festen und Spenden. Außerdem erhält die Ortsgruppe 2500 € von der Stadt Hückeswagen als freiwilligen Zuschuss und ca. 800 € vom Landesverband für die Mitarbeit im Katastrophenschutz.

Lediglich für Einsätze im Katastrophenschutz (wie beispielsweise der Hochwassereinsatz 2013 in Magdeburg) erhält die DLRG die Erstattung der Kosten.

Mit diesen "Einnahmen" lassen sich jedoch nicht die Kosten für Fahrzeuge und Wachstation, geschweige denn für Aus- / Weiterbildungen und die persönliche Schutzausrüstung für die Mitglieder decken. „Dies wirkt sich auch demotivierend auf die Mitglieder aus“, so Borner. Denn nach erfolgreich absolvierter (und in der Regel selbst bezahlter) Ausbildung müssen sich die Mitglieder zunächst ihre persönliche Schutzausrüstung anschaffen, bevor sie mit auf den Einsatz fahren dürfen. Borner: „Sicherheitsschuhe, T-Shirt, Pullover, Einsatzjacke und –hose sind für jeden im Einsatz Pflicht. Da liegt man allerdings schnell bei 600 €, die aus eigener Tasche zu finanzieren sind“.

Das Ziel, das sich die DLRG OG Hückeswagen gesetzt hat, liegt darin, dass die DLRG bezüglich der Finanzierung denselben Status wie andere Hilfsorganisationen erhält. Dies könnte durch eine Gesetzesänderung des BHKG realisiert werden. Dadurch verspricht sich die DLRG neben mehr Geld auch eine größere Motivation ihrer Mitglieder, da diese nicht mehr für die hohen Kosten für Ausbildungen und ihre persönliche Schutzausrüstung selbst aufkommen müssen. Die Mitglieder selbst sollen kein Gehalt für ihre Tätigkeiten bei der DLRG bekommen, da es sich um ehrenamtliche Arbeit handelt.

Die Landtagsabgeordneten sind sich nun über die Problematik bewusst und werden sie an ihre Kollegen herantragen. Es bleibt somit abzuwarten, was die Zukunft bringt.

 
Pressebericht rp-online:
http://www.rp-online.de/nrw/staedte/hueckeswagen/keine-rettung-fuer-dlrg-in-sicht-aid-1.6546016